"Alle
wollen wiederkommen!"
- InselSommer 2007 - eine erfolgreiche Bilanz
Eine erfolgreiche Bilanz ziehen Peer Damminger (Kinder- und Jugendtheater
KiTZ) Eleonore Hefner (Kultur Rhein-Neckar e.V.) für den diesjährigen
InselSommer. Über zwanzigtausend Gäste besuchten die 69 Einzelveranstaltungen.
Das Angebot reichte vom europäischen Künstlersymposium mit
beeindruckender Land-Art, Trommel- und Zirkus-Workshops, Rebellenseminaren
bis hin zum gerne genutzten Spielangebot. Die KinderInsel im InselSommer
hat sich vom Juniorpartner zu einem zentralen Bestandteil des Festivals
entwickelt. Für viele Ludwigshafener Grundschülerinnen und -schüler
ist der Besuch auf der Insel ein unverzichtbarer Höhepunkt des Schuljahresende.
"Dabei spielte das oft schlechte Wetter keine Rolle", erzählt
die Mitorganisatorin Bärbel Maier begeistert,"es waren nicht
nur fast alle Aufführungen ausverkauft - wir mussten sogar noch vier
Zusatzvorstellungen ansetzen." Der Zuspruch zu den vielfältigen
Angeboten des KiT`Z bleibt also ungebrochen. Die Zahl der Zuschauer alleine
der KinderInsel konnte von 6000 Besuchern im Vorjahr auf fast 7800 gesteigert
werden. Vor allem aber die Theaterjurte, die in diesem Jahr durch die
Unterstützung der Stiftung der ehemaligen Stadtsparkasse Ludwigshafen
weiter ausgebaut wurde, setzte neu Akzente. In der intimen Atmosphäre
eines kleinen Theaters wurden nicht nur Filme und Vorstellungen für
Kinder gezeigt. Das Angebot der Ensembles wurde um sieben musikalische
und kabarettistische Abendveranstaltungen ergänzt. "So konnten
wir unserem Publikum in nur zwei Wochen in 33 Vorstellungen 14 verschiedenen
Produktionen von vier Theatern, eine Lesung, drei Workshops und vier Filme
präsentieren", schließt Peer Damminger sein Resümee
der KinderInsel 2007. "Das ist eine beachtliche Zahl für ein
so kleines Ensemble."
Neben dem Kindertheater hat das Weltmusik-Angebot, u.a. mit dem Creole-Weltmusik-Deutschland-Preisträgern
Äl Jawala, Veranstalter wie Besucher restlos überzeugt. Sehr
zufrieden mit dem künstlerischen Niveau der Angebote sind nicht nur
die Veranstalter, sondern auch die Kritiken von Rezensenten und Besuchern
sind durchgängig sehr positiv.
Umjubelte Konzerte mit furiosen Balkanmelodien von Äl Jawala, melancholischem
finnischen Tango von Uusikuu mit Gast Ari Rasilainen, urbanem Klezmerklängen
von Di Grine Kuzine, afrikanische Rhythmen von Djamel Laroussi, Folk von
Lilith und dem Alevitischen Saz-Konzert - der musikalische InselSommer
war von Weltmusik geprägt. Bei den Inselfrühstücken - deren
Beliebtheit jedes Jahr noch weiter wächst - waren "local heroes"
gefragt. Bei der Coverband Chilled Out treffen Altmeister aus der Region
zusammen und zum Ende des InselSommers ist das Konzert des Symphonischen
Blasorchesters mittlerweile eine gute Tradition
Kunst am Rheinufer war ein fester Bestandteil der Inselsommer der letzten
Jahre. Installationen in den Bäumen, ein Landeplatz für Engel
am Ufer und ein weithin leuchtendes Windorgan gehörten zu den Höhepunkten
der letzten Jahre.
2007 lud Kultur Rhein-Neckar zu einem Europäischen Künstlersymposium
beim Inselsommer 2007 ein. Als Kurator für das Europäische Kunstsymposium
2007 konnte Kultur Rhein-Neckar Roger Rigorth gewinnen, der durch die
Teilnahme an vielen internationalen Symposien und Land-Art-Events einen
vorzüglichen Überblick über das Genre hat.
Die eingeladenen Künstler arbeiten im Bereich der Land-Art, die vor
allem die Landschaft und die unmittelbare Umgebung in die Arbeit einbezieht
und das Umfeld so zum untrennbaren Bestandteil und zu einem wichtigen
Aspekt der künstlerischen Arbeit werden lässt. Aus Italien stammt
Marco Dessardo, der eine Installation aus ausgedienten Möbeln baute,
durch das die Besucher hinein und hinausströmen konnten. Auf Bildschirmen
waren Filmsequenzen zu sehen sein. Marco Dessardo arbeitet international
mit Hauselementen, Verkabelungen und Vernetzungen, - und genau dieser
Aspekt der Vernetzung war ausschlaggebend für sein Projekt. Merijn
Vrij aus Holland entwickelte eine Wasserlinie aus Weidenruten und transparenter
Kunststofffolie. Seine Kunst lebt von der Spannung zwischen künstlichem
und natürlichem Material und der Auseinandersetzung mit dem Fluss,
der die Landschaft prägt. Réjane Lhote aus Frankreich installiert
einen Schwarm Filzkugeln in rot-orange-pinkfarbenen Tönen in einen
Baum, sozusagen eine Ansiedlung vieler kultureller Strömungen. Symbolisch
für den völkerverbindenden Impuls des Festivals und die Nähe
zum strömenden Fluss, so wie es in der Natur des Rheines liegt, völker-
und länderverbindend zu sein.
Neben den europäischen Gästen beteiligen sich zwei Künstler
aus Ludwigshafen:
Peer Damminger, bekannt als Kindertheatermacher, installierte "Flüsternde
Steine". Seine Installation blieb - mit Ausnahme eines Zeltes - weitgehend
unsichtbar, denn im Gebüsch und im Kies am schmalen Ufer des Rheins
waren kleine Lautsprecher vergraben. Hier waren Stimmen zu hören,
die politische Texte, revolutionäre Pamphlete und Gedichte zu den
Themen Rebellion und Auflehnung vortrugen.
Das erste Mal auf der Insel präsentiert sich die Ludwigshafener Künstlerin
Marlis Jonas. Aus der Serie "Volksbanken" hängt sie drei
in Lebensgröße, auf leicht transparente Stoffbahnen gedruckte
Fotos mit dem Titel "Die Engländer" zwischen die Bäume.
Das erste Mal beim InselSommer gab es ein Seminar, ein Rebellenseminar
war es - entsprechend dem Motto des Landeskultursommers. Die Veranstaltungen
in der Jurte des Kindertheaters waren ein Versuch, der die Veranstalter
ermutigte, in den nächsten Jahren weitere Seminare zu den Mottos
zu planen.
"Kinderinsel, Europäische Kunst am Ufer, Weltmusik - die Grobstruktur
des Festivals hat sich bewährt. Dies belegt auch eine Besucherumfrage,
die das erste Mal durchgeführt wurde. Die Besucher schätzen
die besondere Atmosphäre auf der Parkinsel und loben die mittlerweile
geschaffene Infrastruktur des Festival-Geländes." stellt die
Initatorin des Festivals, Eleonore Hefner von Kultur Rhein-Neckar zufrieden
fest.
Auch wenn selbst das wechselhafte Wetter den diesjährigen Erfolg
nicht schmälern konnte, blieben dadurch die Umsätze der Gastronomie
(besonders beim Eis- und Bierverkauf) hinter den Erwartungen zurück.
Dies stellt natürlich für die Veranstalter ein Problem dar.
Bei der Finanzierung des insgesamt 90.000,- Euro umfassenden Festivaletats
spielen diese Einnahmen keine geringe Rolle. Das Non-Profit-Festival kann
zwar auf einer beachtlichen Menge bürgerschaftlichem Engagements
vertrauen und mit vielen unbezahlten Helferstunden rechnen - dennoch müssen
die Kosten für die Bühne, die Buden, die gesamte Infrastruktur,
für die Künstlerhonorare und die Öffentlichkeitsarbeit
gestemmt werden. Dank Zuschüssen vom Land und der Stadt Ludwigshafen,
dem Bezirksverband Pfalz und dem Königreich der Niederlanden und
dank der Hilfe privater Spender (TWL, GAG, BASF, Ritter Sport, Stiftung
der ehemaligen Sparkasse Ludwigshafen) gibt es eine gute Basis, der Anteil
an Kleinspenden von vielen Besuchern wächst jährlich. Die Gäste
tragen den InselSommer als nichtkommerzielles Festival von "Bürgern
für Bürger" mit. Die Besucherumfrage ergab eine 100% Einigkeit
bei den Befragten: "Zum InselSommer im nächsten Jahr kommen
wir wieder!"
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